Systemarchetypen
Tragik der Allmende
Viele unabhängige Akteure übernutzen eine gemeinsame, endliche Ressource — jeder lokal rational, gemeinsam ruinös.
Definition
Die „Tragik der Allmende" beschreibt, wie mehrere unabhängige Akteure, die in ihrem lokal rationalen Eigeninteresse handeln, eine gemeinsame, endliche Ressource übernutzen und schließlich zerstören. Sie ist die makro-strukturelle Ausprägung eines N-Spieler-Gefangenendilemmas.
Struktur
Jeder Akteur folgt einem eigenen verstärkenden Loop (R) aus Aktivität und Nutzen. Anfangs verkraftet die geteilte Ressource die Gesamtlast. Doch die kumulierte Aktivität überschreitet irgendwann die Belastungsgrenze und löst einen systemischen ausgleichenden Loop (B) aus, der die Regenerationsrate der Ressource zerstört und die Erträge aller Akteure gleichzeitig kollabieren lässt.
Wann es auftritt
Umweltzerstörung, Überfischung in internationalen Gewässern, Grundwasserentnahme, aber auch geteilte Unternehmensressourcen — etwa ein zentraler IT-Support, der unter individuellen Abteilungsanfragen zusammenbricht.
Hebelpunkte
Weil kein einzelner Akteur einen Eigenanreiz hat, freiwillig weniger zu verbrauchen, muss die Intervention systemisch, kollektiv und exogen sein: belastbare gemeinsame Governance, harte Quoten, Privatisierung der Allmende oder starke regulatorische Durchsetzung, die die Gesamtentnahme zuverlässig unter die natürliche Regenerationsrate drückt.
Beispiele
Fischereiflotten, die einen Bestand bis zum Zusammenbruch befischen; Abteilungen, die ein gemeinsames Budget oder einen Shared Service ausreizen, bis er für alle unbrauchbar wird.
Baue dieses Muster als Wirkungsdiagramm und simuliere es.
Verwandte Konzepte
Quellen: Hardin (1968), The Tragedy of the Commons · Ostrom (1990), Governing the Commons